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28.09.2020

AKTIV zieht erste Bilanz am Tag des Flüchtlings

Zum Tag des Flüchtlings am 2. Oktober 2020 blickt das Projekt AKTIV der Rummelsberger Diakonie mit Freude auf die bisherige Zusammenarbeit mit jungen Geflüchteten zurück. AKTIV begleitet und berät die jungen Männer und Frauen nun seit gut einem halben Jahr auf ihrem Weg in die Ausbildung und während der Ausbildung, je nach individuellem Bedarf. Die Anliegen sind vielfältig und beschränken sich meist nicht nur auf die reine Suche nach dem geeigneten Ausbildungsplatz. Das Projekt hat bei den jungen Menschen großen Anklang gefunden und die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Die bisherigen Erfahrungen bestätigten außerdem, dass eine sinnvolle Beschäftigung, eine Ausbildung oder Arbeit für den Menschen nahezu unerlässlich ist. Gerade für die Teilnehmer*innen des Projekts ist dies die große Chance, sich nicht nur beruflich, sondern auch in der Gesellschaft integrieren zu können.

Nürnberg/ Nürnberger Land ­- Aktuell unterstützt AKTIV 5 Frauen und 41 Männer aus 14 verschiedenen Herkunftsländern in Nürnberg und im Nürnberger Land. Die Anliegen der jungen Menschen sind vielfältig. Dabei werden sowohl Klient*innen als auch Mitarbeitende vor so manche Herausforderungen gestellt. Die vielen behördlichen und manchmal auch persönlichen Hürden zu überwinden – dabei unterstützen die Mitarbeiter*innen von AKTIV. Zum Teil mit großem Erfolg: Zum Ausbildungsstart im September konnten 5 junge Menschen aus dem Projekt mit ihrer betrieblichen Ausbildung beginnen, weitere 3 besuchen seither die erweiterte Pflegeausbildung der Rummelsberger Diakonie.  

Eine von Ihnen ist Arsema Hager (Name von der Redaktion geändert), eine junge Frau aus Eritrea, die vor 5 Jahren alleine aus ihrem Heimatland nach Deutschland kam. Sie lebt in einer eigenen Wohnung im Nürnberg Gostenhof und war bis vor kurzem als Küchenhilfe in der Gastrononmie tätig. Arsema kam mit dem Wunsch zu AKTIV, sich beruflich weiter zu entwickeln und eine Ausbildung im Bereich der Pflege zu machen. Rasch erhielt sie eine Zusage für die erweiterte Pflegeausbildung bei der Rummelsberger Diakonie. „Damit begann aber erst die eigentliche Arbeit“, erinnern sich Annette Ross und Jakob Bierlein von AKTIV. Da die schulische Ausbildung in Vollzeit erfolgt, ist ein Nebenerwerb kaum möglich und Arsema auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Gemeinsam mit Arsema mussten Leistungen verschiedenster Art beantragt werden, wie etwa der Antrag auf Arbeitslosengeld, Leistungen beim Jobcenter und dem Amt für Ausbildungsförderung. Es folgten zahlreiche Treffen, um die erforderlichen Unterlagen zu sichten, die Anträge zu bearbeiten und notwendige Papiere und Auskünfte einzuholen. Unter Corona waren persönliche Vorsprachen bei den Ämtern verständlicherweise eingeschränkt. Vieles wurde also Online, telefonisch oder auf dem Postweg erledigt. Da sind natürlich auch die technischen Voraussetzungen wie Drucker, Scanner und Laptop notwendig, über die Arsema selbst nicht verfügt. Umso schöner ist, dass bis zum Ausbildungsstart alles geklappt hat und Arsema sich nun ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren kann.

Über seinen erfolgreichen Start ins Ausbildungsjahr 2020/2021 freut sich auch Praise Azikiwe (Name von der Redaktion geändert). Der 17-Jährige kommt aus Nigeria und ist leidenschaftlicher Fußballer. Um sich eine Zukunft in Deutschland aufzubauen, wollte er gerne eine Ausbildung zum Bäcker ergreifen. Als im August der Ausbildungsbeginn immer näher rückte erstellte er gemeinsam mit AKTIV Bewerbungen und versendete diese an potentielle Betriebe. Tatsächlich erhielt er eine positive Antwort von einer Lebküchnerei in Nürnberg und freut sich nun über den Start in die Ausbildung und sagt selbst: “Ich bin echt froh, dass das noch geklappt hat. Die ersten Tage waren echt spannend. Ich habe vorher schon ein Praktikum in einer Bäckerei gemacht. Dadurch ist jetzt zum Glück nicht alles neu für mich“ Praise‘ Beispiel zeigt, dass auch kurzfristig noch die Chance besteht einen Ausbildungsplatz zu bekommen und es neben dem Zeugnis auch immer hilfreich ist, wenn man durch Praktika schon erste Erfahrungen gesammelt hat.

Die Beispiele aus dem Alltag des Projekts zeigen, dass die jungen Geflüchteten auf Unterstützung angewiesen sind. Für diejenigen, die in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, wurden bereits Alternativen gefunden. Das können beispielsweise berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sein, die es den jungen Menschen ermöglichen, in verschiedene Berufe zu schnuppern und neben dem Unterricht auch ihre Praxiseinsätze bei Betrieben bekommen. Einige Geflüchtete haben sich entschieden, einen Schulabschluss nachzuholen oder erst einmal zu arbeiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln und sich den Lebensunterhalt zu finanzieren. Bei diesen Vorhaben stehen Ihnen die Mitarbeiter*innen von AKTIV selbstverständlich ebenfalls zur Seite.


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