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16.12.2020

AKTIV zieht erste Bilanz am Tag des Flüchtlings

Zum Tag des Flüchtlings und zum bevorstehenden Jahresende wagt AKTIV einen ersten Rückblick auf den bisherigen Verlauf des Projekts der Rummelsberger Diakonie.

Nürnberg/ Nürnberger Land - Aktuell werden 12 junge Frauen und 53 Männer mit Fluchthintergrund durch die Mitarbeiter*innen vom Projekt AKTIV rund um das Thema Ausbildung beraten und begleitet. AKTIV unterstützt seit Anfang 2020 junge Geflüchtete auf ihrem Weg in die Ausbildung und während der Ausbildung, je nach individuellem Bedarf. Ausgehend von den Wünschen und Zielen der jungen Menschen, wird gemeinsam an der Entwicklung einer (beruflichen) Perspektive und Beschäftigung gearbeitet.

AKTIV freut sich, zur Adventszeit und natürlich insbesondere am Tag des Flüchtlings, von  Ahmad Ahmadi (Name von der Redaktion geändert), einem jungen Geflüchteten aus Afghanistan, berichten zu dürfen, dessen Wunsch schon vor Weihnachten in Erfüllung ging:

Auf Empfehlung der Flüchtlingsberatung in Röthenbach an der Pegnitz kam der 23-jährige im Juni auf die Mitarbeiter*innen von AKTIV zu. Ahmad ist ein freundlicher junger Mann. Er hatte bereits einige Praktika im Handwerk gemacht und so erste Erfahrungen sammeln können. Nebenher arbeitete er in einem Restaurant, um sich etwas dazu zu verdienen. Nur die Schule bereitete ihm etwas Kopfzerbrechen. Er hatte die Berufsintegrationsklasse absolviert, musste diese jedoch ohne einen Schulabschluss verlassen, da es dafür leider nicht ganz gereicht hatte.

Ahmad äußerte den Wunsch, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen. In regelmäßigen Treffen, wurden Bewerbungsunterlagen erstellt. Ahmed informierte sich gemeinsam mit den Mitarbeitenden von AKTIV über mögliche Ausbildungsberufe rund um die Baustelle und schrieb mit ihnen zusammen über 30 Bewerbungen und schickte diese an potentielle Ausbildungsbetriebe. Bedauerlicherweise war die Resonanz auf die Bewerbungen gering. Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Probearbeiten blieben aus. Ahmad ließ sich nicht beirren und vereinbarte auch weiterhin Treffen mit AKTIV, um sein Ziel zu erreichen. Dabei blieb er realistisch und legte sich auch einen Plan B zurecht, falls es in diesem Jahr nicht klappen sollte. Letztlich zog Ahmad noch ein Ass aus dem Ärmel, als er erkannte, dass er mit den bisherigen Bewerbungen keinen Erfolg erzielen konnte: Vor ca. einem Jahr hatte er ein Praktikum als Maurer bei einem Bauunternehmen In Happurg absolviert und dort durch sein handwerkliches Geschick überzeugt.

Ahmad erkundigte sich beim Betrieb, ob sie noch einen Lehrling gebrauchen können. Schon bald durfte er sich über einen Ausbildungsvertrag freuen und die Ausbildung im September beginnen. Jakob Bierlein, Mitarbeiter von AKTIV, resümiert: „Ahmad hat sich seiner Stärken erinnert. Die findet man nicht auf dem Papier, sondern im persönlichen Erleben: Fleiß, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Geschick mit den Händen. Eigenschaften, die im Handwerk und im Arbeitsleben ungemein wertvoll sind.“

Natürlich ist allen Beteiligten bewusst, dass auch die Noten in der Berufsschule stimmen müssen, um die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Gemeinsam mit AKTIV arbeitet der junge Mann daran. Beispielsweise plant er mittelfristig den Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft, um bessere Lernbedingungen und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, die bisher nicht immer vorliegen. AKTIV unterstütz hier auch bei bürokratischen Hürden, die es zu nehmen gilt und steht weiterhin mit dem jungen Afghanen im Kontakt. Denn Begleitung endet nicht mit der getrockneten Tinte auf dem Ausbildungsvertrag.


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