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20.07.2022

Vielfalt in Kindertagesstätten – jedes Kind ist willkommen

Teilhabe und Chancengleichheit für Kinder ab frühester Kindheit – das fordert die UN-Behindertenrechtskonvention. Jede Kindertageseinrichtung ist damit in der Verantwortung, sozialer Ausgrenzung angemessen zu begegnen und jedem Kindern eine faire, gleiche und gemeinsame Lern- und Entwicklungschance zu bieten. Seit 2014 gibt es deshalb Integrationsplätze für Kinder, die behindert oder von einer Behinderung bedroht sind. Die Rummelsberger Diakonie geht noch einen Schritt weiter und stellt das Thema Inklusion breit auf, um möglichst vielen Kindern Teilhabe durch Bildung zu bieten.

Integration ist nicht gleich Inklusion. Während Integration ein Kind in ein bestehendes System aufnimmt, ohne dieses zu verändern, geht Inklusion davon aus, dass Bildung, Erziehung und Teilhabe für alle Kinder nur durch einen umfassenden Reformprozess möglich sind. „Inklusion ist die konsequente Weiterführung von Integration,“ sagt Diakonin Daniela Bär. Die 38-jährige Sozialpädagogin und angehende Heilpädagogin berät und begleitet als pädagogischer Fachdienst für Inklusion alle 25 Kindertagesstätten der Rummelsberger Diakonie. Der Fachdienst wurde 2019 geschaffen, um Inklusion in allen Kitas zu ermöglichen und den nötigen Reformprozess umzusetzen und zu begleiten.

Begonnen hat alles 2018 mit einer Masterarbeit, in der die Rummelsberger Jugendhilfe in Zusammenarbeit mit der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg das Thema Inklusion in ihren Kindertagesstätten wissenschaftlich erforschen ließen. Verfasserin Michaela Mayr entwickelte darin nach einer Situationsanalyse und Befragung der Mitarbeitenden auf Grundlage des Indexes für Inklusion Handlungsempfehlungen für den Ausbau der Inklusion in Kitas. Die Grundlagen für die Gründung des pädagogischen Fachdienstes 2019 waren geschafften sowie für ein Inklusions-Konzept, das Daniela Bär erstellte, um die nötigen Reformen in allen Einrichtungen anzustoßen und den inklusiven Gedanken im Betreuungsalltag fest zu verankern.

Den Inklusionsgedanken weitertragen

„Für den Prozess von der Integration zur Inklusion braucht es in unseren Kindertagesstätten Menschen, die die Unterschiedlichkeiten in der Gesellschaft wahrnehmen und anerkennen und auf die Herausforderung Lust haben, dieser Unterschiedlichkeit täglich neu zu begegnen,“ sagt Bär. Um diese inklusive Haltung zu etablieren, geht die Diakonin in alle Kitas der Rummelsberger und berät die Kolleg*innen vor Ort. „Damit erreichen wir Leitung und Mitarbeitende, schaffen Unterstützung, um Überforderung vorzubeugen und ermöglichen eine Atmosphäre, in der jedes Kind willkommen ist,“ so Bär.

Die Pädagogin hospitiert in den Einrichtungen und berichtet anschließend von ihren Beobachtungen. Im Gespräch regt sie zur Selbstreflexion an und fordert zu wertschätzenden, akzeptierenden Blicken auf die Kinder auf. Sie unterstützt in (heil)pädagogischen Fragestellungen und bietet Schulungen zu gewünschten Themen an (z.B. Kinderschutz, Partizipation, diakonische Haltung, Elterngespräche, Inklusion).

Zum Reformprozess gehört auch die Vielfalt unter den Mitarbeitenden. Nicht nur Kinderpfleger*innen und Erzieher*innen sind in den Tagesstätten der Rummelsberger Diakonie beschäftigt, sondern auch Diakon*innen, Heilpädagog*innen, Heilerziehungspfleger*innen, Sozialpädagog*innen und Kindheitspädagog*innen. Sie stehen in ständigem Austausch miteinandner. Und da die Einrichtungen oft auch räumlich nah zusammenliegen, wird bei der Aufnahme eines Kindes auch bedacht, ob die eigene oder vielleicht doch die Nachbareinrichtung die günstigsten Rahmenbedingungen (z.B. Profession der Mitarbeitenden, Barrierefreiheit oder konzeptionelle Schwerpunkte) für das Kind und seine Bedürfnisse bietet. So können Eltern bestmöglich beraten werden und die Kinder die Betreuung erhalten, die sie benötigen.

Vielfältiges Netzwerk

„Unsere Kindertagesstätten arbeiten je nach Standort zudem aktiv mit den ambulanten erzieherischen Diensten, der heilpädagogischen Ambulanz, dem Haus für Mutter und Kind, der interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle Altdorf, der Fachberatungsstelle Epilepsie und Einrichtungen der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung zusammen,“ berichtet Bär. Dieses große Netzwerk an Betreuungsangeboten für Kinder und Familien ermöglicht es, jedem Kind die Förderung zu geben, die es benötigt um Chancengleichheit sowie Teilhabe zu schaffen. Bildung in aller Vielfalt durch Inklusion.

Mehr Informationen zu Angeboten, Kontakten und den Betreuungsangeboten der Rummelsberger Kindertagesstätten erhalten Sie unter rummelsberger-diakonie.de/kitas.


Von: Stefanie Dörr

Chancengleichheit für alle Kinder ab frühester Kindheit durch Inklusion in den Kindertagesstätten der Rummelsberger Diakonie. Foto: Günter Distler