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16.12.2020

Sicher und geschützt

Rummelsberger Jugendhilfe in Nördlingen hat neues sozialpädagogisches Schutzkonzept und Konzept zur Kindeswohlgefährdung entwickelt

Nördlingen -   Knapp 16.000 Kinder in Deutschland wurden 2019 Opfer sexueller Gewalt und bei über 55.500 Kindern stellten die Jugendämter eine Kindeswohlgefährdung fest. Die Dunkelziffern liegen in beiden Bereichen weit darüber. Jede Woche sterben in Deutschland drei Kinder an den Folgen von Misshandlung oder Vernachlässigung. Umso wichtiger, dass sich Jugendhilfe dem Thema Kindesschutz widmet und zum besseren Schutz der Kinder und Jugendlichen in Deutschland beiträgt.

Dabei sind die Themen Kindeswohlgefährdung und sexueller Missbrauch mit vielen Unsicherheiten verbunden, da kein Fall dem anderen gleicht und selten alle Fakten klar auf dem Tisch liegen. Deshalb hat die Rummelsberger Diakonie einen Leitfaden entwickelt, der Mitarbeitenden mehr Sicherheit und damit Handlungsfähigkeit beim Umgang mit betreuten Kindern gibt, bei denen der Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch oder Kindeswohlgefährdung besteht.

In diesem Leitfaden finden die Mitarbeitenden Checklisten sowie entsprechende Verfahrensanweisungen, wie sie nach den jeweiligen Beobachtungen weiter vorgehen sollten. Der Leitfaden beinhaltet unter anderem auch Fragebögen zur sexualpädagogischen Aufklärung, nach Altersstufen gestaffelt. Ziel des Leitfadens und der darin enthaltenen Dokumente ist, den Kolleg*innen der Jugendhilfe Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie rechtlich sowie pädagogisch möglichst sicher einen Verdacht abklären und gegebenenfalls weitere Verfahrensschritte gehen oder einleiten können. „Insgesamt ist der Leitfaden ein sehr gutes Handbuch, an dem ich mich ‚entlanghangeln‘ kann“, sagt Kinderschutzfachkraft Ina Ferber, die den Leitfaden gemeinsam mit ihren Kolleginnen Ingeborg Kuhn und Eva Gruber entwickelt und erstellt hat.

Die pädagogischen Mitarbeitenden der Jugendhilfe in Nördlingen wurden noch vor der Corona-Pandemie alle für das neue Schutzkonzept geschult. Dabei erhielten sie eine Einführung in die aktuelle rechtliche Lage, eine Übersicht über Gefährdungsbereiche und bekamen eine Einführung in die Nutzung des Leitfadens. „Durch die Schulung werden die Kolleg_innen neu für das Thema sensibilisiert und erhalten gleichzeitig erste Tipps und Informationen zu Vorgehensweisen“, sagt Ferber.

Die für das Jahr 2020 geplanten weiteren Schulungen in der Jugendhilfe der Rummelsberger Diakonie fielen aufgrund der Corona-Pandemie aus. Sofern möglich, werden diese im kommenden Jahr nachgeholt, aktuell gibt es dazu aufgrund der nach wie vor angespannten Corona-Infektionslage noch keine konkrete Planungen. „Unser Ziel ist aber, alle pädagogischen Mitarbeitenden zum diesem Thema zu schulen. Zum Schutz der Kinder und zur Sicherheit der Kolleg*innen“, erklärt Diakon Thomas Grämmer, fachlicher Leiter der Rummelsberger Dienste für junge Menschen gGmbH.


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