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Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien

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16.12.2020

Kinder fördern – Familien stärken

Neues 3-tägiges Betreuungskonzept – gerade auch zu Zeiten der Corona-Pandemie eine wichtige Unterstützung für Kinder, Jugendliche sowie deren Eltern und Familien.

Roth - Jugendhilfe heißt nicht nur Unterstützung für junge Menschen in Betreuung oder Hilfe-Maßnahmen. Die Eltern und Familien der Kinder und Jugendlichen gehören dazu. Auch sie benötigen oft Beratung und Unterstützung. „Wir erleben in unserer Betreuungsarbeit immer mehr Familien, in denen die Elternarbeit zunehmend wichtig wird“, berichtet Manuela Ostermeier, Leiterin der Jugendhilfestation der Rummelsberger Diakonie in Roth. „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in denen einem der Alltag wegbricht und man mit zum Teil strengen Beschränkungen zu kämpfen hat.“

Mit dem 2019 neu gestarteten 3-tägigen Gruppenangebot haben die Mitarbeitenden der Jugendhilfestation gemeinsam mit dem Jugendamt Roth ein Konzept entworfen, das die Eltern der Kinder in die Betreuungsarbeit unmittelbar miteinbezieht und in dieser herausfordernden Zeit alle Familienmitglieder im Blick hat.

Im 3-Tages-Betreuungskonzept kommen die Mädchen und Jungen nur an drei Tagen in die Heilpädagogische Tagesstätte, kurz HPT genannt. Die beiden anderen Wochentage verbringen sie zu Hause. An diesen Tagen kommen die Pädagog*innen der HPT in die Familien und unterstützen direkt im Familienalltag. Sie üben gemeinsam „Zuhause-Situationen“, wie beispielweise Hausaufgabenbetreuung, „Zu-Bett-Geh-Rituale“ oder gemeinsame Essenssituationen. Sie begleiten die Familien zu wichtigen Terminen, gehen beispielsweise mit zum Therapeuten, Arzt oder in den Jobcenter.

Um die Gesundheit aller Familien und Mitarbeiter*innen bestmöglich zu schützen, können alle Pädagoginnen der HPT, an den freiwilligen Corona-Reihentestungen teilnehmen. „Seit September können  sich die Mitarbeitenden regelmäßig testen lassen, seit November findet die Testung sogar wöchentlich statt,“ erklärt Ostermeier. So werden eventuelle Infektionen rasch entdeckt und die Weiterverbreitung eingedämmt.

Ziel des Betreuungskonzepts ist, durch intensivere Elternarbeit Erziehungskompetenz und –sicherheit zu verbessern. „Natürlich sprechen wir auch mit den Eltern und Familien unserer Kinder aus der 5-Tages-Gruppe. Doch der Haupt-Augenmerk liegt hier auf den Kindern. In der 3-Tages-Gruppe haben wir während der „Familientage“ die Möglichkeit die Eltern in den Fokus zu rücken“, sagt Ostermeier. Die Fachkräfte erkennen im direkten Alltagskontakt schnell die Familien-Dynamiken und können mit Eltern und Kindern gemeinsam alte Verhaltensmuster besprechen, neue entwickeln und miteinander üben. Eltern werden so enger in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder eingebunden und erhalten Beratung, Unterstützung und Anleitung um ihre Erziehungsarbeit und –kompetenz  zu fördern und das Familienleben für alle zu verbessern. „Da ist auch Raum für die Eltern, über eigene Schwierigkeiten und Themen zu reden und Lösungsstrategien zu entwickeln“, berichten Gertraud Layritz und Susi Möller, die pädagogischen Fachkräfte der 3-Tages-Gruppe. „Und an den drei Betreuungstagen in der HPT haben wir Zeit, uns auf die Kinder und ihre Themen zu konzentrieren.“

Nicht alle Eltern brauchen oder wollen die zusätzliche Unterstützung. Deshalb gibt es in Roth zwei HPT-Gruppen. Eine klassische 5-Tages-Gruppe und eine 3-Tages-Gruppe. Ob ein Kind in die 3-Tages-Gruppe geht, wird vom Jugendamt sondiert und festgelegt. „Bei der 3-Tages-Gruppe ist es substantiell, dass die Eltern bereit sind den Weg mit zu gehen und zu tragen. Dann kann das neue Konzept alle Beteiligten voranbringen“, so Ostermeier.

Denn auch die Mitarbeitenden profitieren durch die Neukonzeption. Seither trifft sich das gesamte HPT-Team wöchentlich im Wechsel, einmal mit der Leitung und einmal mit dem psychologischen Fachdienst zur gemeinsamen Prozessplanung für beide HPT-Gruppen, aktuell unter den Corona-Hygieneauflagen oder auch auf digitalem Weg. Dabei wird jedes Kind alle sechs Wochen im Rahmen der Teamsitzung besprochen. Zudem kommen die Kolleg*innen vom Ambulanten Dienst in regelmäßigen Abständen zum gemeinsamen Austausch und stehen gerade den Pädagog*innen der 3-Tages-Gruppe mit Rat und Tat beiseite. Franziska Gutschera, pädagogische Fachkraft in der 5-Tages-Gruppe findet das gut: „Der teamübergreifende Austausch ist immer sehr bereichernd und unterstützend für alle. Alle Teams profitieren davon.“


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